
Mausoleum Brenzoni
Mausoleum Brenzoni
Mausoleum Brenzoni
Audio-Transkription
Nahe der Gegenfassade können wir eines der originellsten, eindrucksvollsten und theatralischsten Grabmonumente Veronas bewundern: das prächtige Mausoleum Brenzoni aus dem Jahr 1426. Der bildhauerische Teil wird Nanni di Bartolo zugeschrieben, die malerische Ausgestaltung hingegen ist von Antonio Pisano, besser bekannt als Pisanello.
Dieses kunstvoll gestaltete Grab, umgeben von Skulpturen und Fresken, zeigt einen von einem Baldachin überragten Sarkophag. Durch den von Engeln offen gehaltenen steinernen Vorhang entsteht eine beinahe theatralische Inszenierung, die den Blick auf das Innere freigibt. Überragt ist das Ganze von der Statue des Propheten Jesaja, jener, der im Alten Testament die Ankunft des Messias verkündet. Direkt darunter, im Zentrum des marmornen Ensembles, steht Christus über drei schlafenden Soldaten. Links oben scheinen sich die festen, schwebenden Formen des elegant gekleideten Erzengels Gabriel mit wuscheligem Haar und geröteten Wangen nach einem langen Flug, auf die Begegnung mit der Madonna vorzubereiten. Die Jungfrau Maria im oberen Teil des Werks rechts befindet sich in einem im Stil der höfischen Gotik gestalteten Raum mit einem Bett, umgeben von goldenen Kissen, einem Teppich und einem Arazzo mit Szenen der Umwerbung. Das Ganze wird durch die Präsenz eines Pfaus, von Tauben und einem kleinen Hund bereichert, was die Neigung des Malers zum Naturalismus unterstreicht. Wie eine zarte Lichtspur ziehen sich goldene Punkte diagonal von der Madonna zum Jesuskind. Seitlich vom Baldachin sind außerdem die Skulpturen der Erzengel Raphael und Michael zu sehen.


